Unser pädagogisches Konzept
Partizipation
Für uns ist es besonders wichtig, Respekt und Anerkennung allen Menschen, Kindern wie Erwachsenen, entgegenzubringen. Wir nehmen jedes Kind Ernst - im Denken, Reden und Empfinden. Die Kinder gestalten den Alltag mit, indem sie z.B. den Spielpartner oder die Spielsachen selbst auswählen. Hierfür brauchen sie Freiräume und die Ermutigung und Begleitung durch die Bezugsperson. Bei den Mahlzeiten entscheiden die Kinder, was und wieviel sie essen möchten. Die Kinder auf die künftige Lebenssituation vorzubereiten heißt für uns, ihnen die Teilhabe an Entscheidungen zu ermöglichen.
Soziale, kulturelle & interkulturelle Bildung
Von großer Bedeutung ist es, den Kindern Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Menschen vorzuleben sowie die Vielzahl der Kulturen wertzuschätzen und die unterschiedlichen Religionen und Traditionen anzuerkennen. Fremde Kulturen und Gebräuche fordern uns heraus und wecken unsere Neugier. Feste oder Feiertage oder die Einbindung traditioneller Spiele können zum Anlass genommen werden, sich näher damit auseinanderzusetzen.
Die Eingewöhnung
Für jedes Kind ist es ein fundamentaler Schritt, wenn es plötzlich nicht mehr durch Mama und/oder Papa sondern durch eine zunächst fremde Person betreut wird. Diese Transition beeinflusst ausschlaggebend die Entwicklung und Persönlichkeitsbildung eines Kindes. Daher ist es besonders wichtig, die Eingewöhnung sensibel und bedürfnisorientiert zu gestalten, damit sich das Kind in der neuen Umgebung wohl fühlen kann und neben den Eltern auch mich als neue Bezugsperson akzeptiert. Gerade Kleinkinder sind noch sehr eng an ihre Eltern gebunden und erleben die erste Trennung zunächst als starke emotionale Belastung. Ebenso versuche ich Sie als Eltern dabei zu unterstützen, ihr Kind „loszulassen“. Besonders wichtig ist es, dass Sie sich 2 - 4 Wochen Zeit für die Eingewöhnung nehmen. Für Ihr Kind ist es einfacher, wenn es während der Eingewöhnungszeit von der gleichen Bezugsperson begleitet wird. Der Start ist für Ihr Kind und auch vielleicht für Sie als Familie eine große Herausforderung.
Die Vorbereitung:
In einem Kennenlerngespräch erhalten die Eltern von mir einen Fragebogen über Abläufe, Rituale, Schlaf- und Essgewohnheiten des Kindes. Dieser ist hilfreich und erleichtert mir so die künftige Betreuung des Kindes. Besonders wichtig finde ich, dass vorab überlegt wird, welcher „Anker“ wie z.B. ein Schnuffeltuch oder ein Kuscheltier das Kind während der Eingewöhnung unterstützen könnte.
Die Grundphase:
Die Bezugsperson besucht zusammen mit dem Kind die Kindertagespflege und bleibt ca. 1 bis 2 Stunden vor Ort. In dieser Zeit versuche ich mich dem Kind anzunähern, ohne dass es sich bedrängt fühlt. Die Bezugsperson verhält sich passiv, bleibt jedoch in der Nähe, um ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. In den ersten Tagen findet noch kein Trennungsversuch statt.
Erster Trennungsversuch:
Nach einigen Tagen verabschiedet sich die Bezugsperson und verlässt den Raum für maximal 30 Minuten, bleibt aber in der Nähe damit sie bei Bedarf wieder dazu geholt werden kann. Wenn das Kind eigenständig weiterspielt, sich von der Trennung wenig irritieren oder sich schnell wieder beruhigen lässt, kann die Trennungszeit am nächsten Tag fortgesetzt werden.
Stabilisierungsphase:
Zunehmend versuche ich, die Versorgung des Kindes zu übernehmen, indem ich mich als Spielpartner anbiete, dem Kind beim Mittagessen helfe und auch das Wickeln übernehme, um so allmählich eine Vertrauensbasis aufzubauen. Die Eltern regieren nur auf die Signale des Kindes oder greifen ein, wenn das Kind mich noch nicht akzeptiert hat. Bei einem erfolgreichen Trennungsversuch kann die Zeit am nächsten Tag ausgeweitet werden.
Schlussphase:
Wenn das Kind ein erstes emotionales Band geknüpft hat und die Nähe zur mir sucht, ist es „eingewöhnt“. Natürlich kann es noch bei der Verabschiedung mit den Eltern protestieren und weinen, lässt sich aber schnell trösten. Auch wenn die Eltern nun nicht mehr in der Nähe sind, sollten sie noch jederzeit erreichbar sein, um in bestimmten Situationen für das Kind da zu sein, falls die Bindung zwischen dem Kind und mir noch nicht ausreichend ist.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Eines der wichtigsten Voraussetzungen in der Kindertagespflege ist für uns die enge und transparente Partnerschaft mit den Eltern. Bis zum Eintritt in die Tagespflege wird das Kind durch die Eltern beschützt, umsorgt und begleitet. Für Kinder ist der erste und wichtigste Erziehungs- und Bildungsort immer die Familie. Die enge Zusammenarbeit ist für uns als Tagespflegepersonen unerlässlich und zugleich bereichernd. Nur so können wir die Wünsche, Bedürfnisse und Gewohnheiten des Kindes berücksichtigen und miteinbeziehen. Wir setzen auf Vertrauen, das Wohlwollen und die Unterstützung der Eltern.
Wir bieten den Eltern:
- Entwicklungsgespräche und Elternabende
- Ausführliches Aufnahmegespräch rund um die Eingewöhnung
- Informationen und Austausch über Entwicklungsfragen
- Die Berücksichtigung elterlicher Interessen
- Täglicher kurzer Informationsaustausch zu Beginn und zu Abschluss eines Tage („Tür- und Angelgespräch“)